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(Letzte Aktualisierung: 12.08.2022)

Symposium 'Religion ausstellen' 2022

Religiöse Sprache ausstellen? Die Sprachen von Judentum, Christentum und Islam im Museum kommunizieren

Religion bildet eine eigene Perspektive auf Welt und Wirklichkeit, die durch keine andere ersetzt werden kann. Darauf hat nicht zuletzt der Philosoph Jürgen Habermas hingewiesen. Sie findet ihren Ausdruck auch in spezifischen Sprachformen. Religionsbezogene Objekte und Gebrauchsgegenstände werden vielfach in Museen ausgestellt, dennoch sind die mit ihnen verbundenen Sprach- und Kommunikationsformen vielfach nicht Gegenstand der didaktischen Vermittlung. Das Symposium setzt hier an und macht die Sprachen der Religionen explizit zum Thema. Es fragt nach Möglichkeiten und Grenzen, wie religiöse Sprache(n) von Judentum, Christentum und Islam in musealen Kontexten für eine kulturell interessierte Öffentlichkeit erschlossen werden kann.

Vorträge Religion ausstellen 2022

Freitag, 14.10.2022, 17:00 Uhr

PD Dr. Stephanie Lehr-Rosenberg (Julius-Maximilians-Universität Würzburg): Auf der Suche nach dem treffenden Wort. Religiöse Sprachlosigkeit und Sprachversuche heute

Samstag, 15.10.2022, 9:00-18:00 Uhr

Prof. Dr. Guido Meyer (RWTH Aachen University): Über Vielfalt und Originalität des sprachlichen Symbolisierungsmodus im Christentum

Prof. Dr. Andreas Nachama (Allgemeine Rabbinerkonferenz, ARK): Es gilt das gesprochene Wort. Sprache im Jüdischen Gottesdienst als Brücke zwischen Erde und Himmel

Prof. Dr. Fahimah Ulfat (Eberhard-Karls-Universität Tübingen): Islam und das Abenteuer der Übersetzbarkeit

Prof. Dr. René Torkler (Christian-Albrechts-Universität Kiel): Über Religion sprechen. Philosophiedidaktische Annäherungsversuche an einen Themenbereich

Mittagspause

Prof. Dr. Daniela Blum (RWTH Aachen University): Kreuze und Martyrien. Religiöses Sprechen in Auseinandersetzung mit Gewaltdarstellungen im Diözesanmuseum Rottenburg

Pfr. Veit Dinkelaker (Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt/Main): G*tt w/m/d – Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten. Eine Ausstellung im Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt

Pfr. Hannes Langbein (Präsident der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Artheon e.V.):  Wie bitte? – Künstlerische Zugänge zur Sprache der Religion

Dr. Stefan Rhein (Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt): „Sprachereignis Luther“ – Auf der Suche nach spielerischen Lernszenarien

Veranstaltungsort

Leucorea, Lutherstadt Wittenberg

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin (Museum im Zisterzienserkloster Lehnin), der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und dem Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen University statt.

Logo Veranstalter Symposium

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"Maske auf!" im Sommersemester 2022

(Bild: Michael Hölscher)

(Bild: Michael Hölscher)

(Bild: Michael Hölscher)

Bitte beachten Sie die geltenden Hygienevorschriften für die Präsenzveranstaltungen im Sommersemester 2022.

Danke für Ihr Mitwirken!

Stellungnahme des Instituts für Katholische Theologie und ihre Didaktik zu dem „Münchener Gutachten“ sowie zur ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ und zur Initiative #OutInChurch

Halle (Saale), den 12.02.2022

Die Lehrenden des Instituts für Katholische Theologie und ihre Didaktik begrüßen und bekräftigen die Stellungnahmen des Katholisch-Theologischen Fakultätentages zur Veröffentlichung des „Münchener Gutachtens“ sowie zur ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ und zur Initiative #OutInChurch.

Wir empfinden Bestürzung und Trauer über das, was in der Kirche geschehen ist. Menschen, die als Kinder und Jugendliche besonders verletzlich waren und von daher des vorrangigen Schutzes der Kirche bedurften, wurden bösartig getäuscht. Den ihnen gebührenden Schutz haben sie nicht erhalten. Stattdessen wurde ihr Vertrauen aufs Gröbste missbraucht, ihre Würde missachtet, ihre seelische und leibliche Integrität tiefgreifend verletzt. Die Folgen sind nachhaltig. Sie belasten viele Betroffene bis heute.

Ihr Leid rührt uns als Lehrende und Forschende des Instituts an. Wir sind erschüttert, und wir sind enttäuscht von denen, die in unserer Kirche Verantwortung tragen.

In dem, was geschehen ist, erkennen wir als Theologinnen und Theologen eine Aufforderung zu einem gezielten Handeln. Daher bringen wir unsere fachliche Kompetenz ein, um die Lehre und die Praxis der Kirche kritisch zu reflektieren, sie neu zu erschließen und sie so weiterzuentwickeln, dass darin der lebensfreundliche Gott sichtbar wird, an den wir glauben. In dieser Intention laden wir auch unsere Studierenden ein, mit uns zu arbeiten, beharrlich nachzudenken, intensiv zu studieren und sich einzubringen, denn die große Aufgabe erfordert den Einsatz der vielen.

Die Kirche braucht Veränderungen, die den dokumentierten Verbrechen eines Missbrauchs von Schutzbefohlenen ebenso ein Ende bereiten wie der unerträglichen Praxis der Vertuschung.

Es reicht jedoch nicht, nur die genannten Abgründe zu überwinden. Wir solidarisieren uns mit den LGBTIQ+-Personen in der Kirche und schließen uns der wiederholten Forderung an, dass das kirchliche Lehramt die humanwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Sexualität und Geschlechteranthropologie endlich konsequent rezipiert. Infolgedessen ist auch die lehramtlich vorgetragene Sexuallehre zu korrigieren.

Ziel ist, dass alle Menschen sich unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Identität in der Kirche wertgeschätzt und gestärkt fühlen können. Die Theologie hat dieses Ziel fest im Blick. Nur wenn es erreicht wird, ist Kirche wirklich das, was sie zu sein beansprucht. Nur dann ist die Kirche Zeichen dafür, dass Gott allen Menschen nahe ist. Nur dann kann die Kirche dazu beizutragen, dass das Leben der Menschen in umfassendem Sinne gelingt.

Wir hoffen auf die entsprechenden Veränderungen, wir arbeiten für diese Veränderungen und wir beten für diese Veränderungen.

Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann, Prof. Dr. Harald Schwillus,
Dr. Daniela Busse, Dipl.-Theol. Christopher Jakob

Zum Nachschauen:
Europe’s Living Religious Heritage – Continuity in
Evolving Cultural Expressions (Online-Veranstaltung)

Am Freitag, den 22.10.2021, fand eine zweistündige Live-Stream-Veranstaltung der europäischen Organisation FRH (Future for Religious Heritage) unter dem Thema „Europe’s Living Religious Heritage – Continuity in Evolving Cultural Expressions“ im Kloster Michaelstein (Blankenburg) statt.

Diese Veranstaltung wurde durch den Arbeitsbereich Praktische Theologie/Religionspädagogik am Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik (Philosophische Fakultät III – Erziehungswissenschaften der MLU) in Kooperation mit der Kulturstiftung Sachsen–Anhalt initiiert.

Als Gesprächspartner:innen nahmen teil:

  • Sabine Verheyen, MdEP (Vorsitzende des Kultur- und Bildungsausschusses des Europaparlaments)
  • Dr. Christian Philipsen (Generaldirektor der Kulturstiftung Sachsen–Anhalt)
  • Hannes Langbein (Präsident der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche „Artheon“ e.V., Direktor der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz „Stiftung St. Matthäus“)
  • Stefan Beier (Mitglied des FRH-Councils, Vorsitzender von Klosterland e.V., Leiter des Museums im Zisterzienserkloster Lehnin/Brandenburg)

Der aufgezeichnete Live-Stream ist auf der Homepage    von FRH frei verfügbar beziehungsweise auch direkt bei YouTube    zu finden.

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