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Ausstellung 1050 Jahre Bistum Magdeburg "Gott.Macht.Zukunft."

Am 28. November 2018 eröffnete Frau Gabriele Brakebusch, Präsidentin des Landtags von Sachsen-Anhalt, im Beisein des Magdeburger Bischofs Dr. Gerhard Feige im Landtag die am Arbeitsbereich Religionspädagogik (Prof. Dr. Harald Schwillus) wissenschaftlich konzipierte und kuratierte Wanderausstellung „Gott.Macht.Zukunft.“, die an die Errichtung des Erzbistums Magdeburg vor 1050 Jahren erinnert.

Religiöses Kulturerbe im Wandel.
Nutzung und Umnutzung materiellen und immateriellen religiösen Erbes in Europa

Symposium im Kloster Neuzelle (Brandenburg)
5./6. Oktober 2018

Am 5. und 6. Oktober 2018 trafen sich Fachleute unterschiedlichster Disziplinen im brandenburgischen Kloster Neuzelle, um miteinander und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Bedeutung sowie Fragen der Nutzung und Umnutzung des materiellen und immateriellen religiösen Erbes Europas zu diskutieren.

Das Symposium war Teil der seit 2008 veranstalteten wissenschaftlichen Tagungsreihe „Religion ausstellen“, die gemeinsam vom Arbeitsbereich Religionspädagogik des Instituts für Katholische Theologie und ihrer Didaktik (Prof. Dr. Harald Schwillus) und dem Museum im Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin (Stefan Beier) veranstaltet wird. Dieses Jahr fand die Kooperation mit der Stiftung Stift Neuzelle statt. Die Veranstalter freuen sich sehr darüber, dass das Symposium aufgrund der Unterstützung des europäischen Netzwerks Future for Religious Heritage (FRH) als offizieller Bestandteil des Europäischen Kulturerbejahres 2018 anerkannt und geehrt worden ist.

Mit dem religiösen Erbe verbinden Menschen häufig persönliche, aber auch gruppenbezogene Erinnerungen. Es kann daher einen Identitätsbezug besitzen, der auch in die säkularen Gesellschaften des 21. Jahrhundert hineinwirkt. So werden Kirchen und Klöster oft nicht abgerissen, wenn sie nicht mehr benötigt werden, sondern erfahren eine Umnutzung. Aber auch Objekte mit religiösen Bezügen finden sich häufig in Ausstellungen und Museen wieder, religiöse Bräuche und Riten werden zu touristischen Angeboten. Angesichts dieser Beobachtungen ergibt sich die Frage, wie das Spezifische des religiösen Erbes in diesen Kontexten in verschiedenen europäischen Ländern kommuniziert werden kann.

Nach der Begrüßung der Gäste durch die Veranstalter des Symposiums und dem Hausherrn des diesjährigen Tagungsortes (Stiftung Stift Neuzelle) bildete am Freitagabend eine Einführung durch Prof. Dr. Harald Schwillus zum Thema „Religiöses Kulturerbe im Wandel“ den Auftakt, bevor der Brandenburger Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg mit seinem Eingangsreferat „Wenn die religiöse Tradition abbricht… – Substanzerhaltung und (Nach-)Nutzung“ den Fragehorizont der gesamten Tagung aufriss.

Der Samstag gehörte der intensiven Auseinandersetzung mit der Bedeutung des religiösen Erbes in Europa. Dies geschah in zwei Themenkomplexen: zunächst „Erbe bewahren – Drei europäische Konkretisierungen“, sodann „Ziele gemeinsam verfolgen – Netzwerke in Europa“.

Für den ersten Themenkomplex musste Prof. Dr. Cyprian Rogowski (Uniwersytet Warminsko-Mazurski w Olsztynie, Polen) seine Teilnahme leider kurzfristig absagen, doch hatte er freundlicherweise das Manuskript seines Beitrags (Religiöses Erbe von Minderheiten in Polen. Religiöse und touristische Perspektiven) zur Verlesung übersandt. Eine spanische Perspektive der Umnutzung und Wiedergewinnung einer säkularisierten Kirche brachte Pilar Bahamonde (Sociedad Regional Educación, Cultura y Deporte, Kantabrien/Spanien) ein: „Kantabrien: Vom Kloster zum Centro de Estudios“. Wolfgang Brandis (Kloster Wienhausen, Deutschland) stellte mit seinem Beitrag „Werte bewahren – Identität stiften. Die Lüneburger Klöster und die Klosterkammer Hannover“ eine wichtige Institution für die Bewahrung des religiösen (Kultur-)Erbes in Niedersachsen vor.

Der zweite Themenkomplex am Samstagnachmittag eröffnete Perspektiven auf bestehende europäische Kooperationen, die das Religiöse bewahren und zugänglich machen. Zunächst erläuterte Hermann Paschinger (Straß im Straßertale, Österreich) das Netzwerk „Klösterreich“, bevor Lilian Grootswagers (Brüssel, Belgien) „Future for Religious Heritage“ vorstellte. Abschließend sprach Stefan Beier (Kloster Lehnin, Deutschland) über den Verein „Klosterland“.

Abgerundet wurde das Symposium durch einen Besuch von Klosteranlage, Klostergärten und den beiden zum Kloster gehörenden Kirchen. Prof. Dr. Harald Schwillus stellte im Rahmen einer Führung ein Praxisbeispiel für die Bewahrung und Erschließung religiösen Erbes in Kloster Neuzelle vor: das an seinem Arbeitsbereich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entwickelte und kuratierte „Museum Himmlisches Theater“, das die barocken Kulissen des Neuzeller Heiligen Grabes ausstellt und kontextualisiert. Die Ergebnisse der Tagung sollen in absehbarer Zeit publiziert werden.


Prof. Dr. Harald Schwillus, Symposium "Religions ausstellen" 2018
Foto: EDBTL

Prof. Dr. Harald Schwillus, Symposium "Religions ausstellen" 2018 Foto: EDBTL

Prof. Dr. Harald Schwillus, Symposium "Religions ausstellen" 2018
Foto: EDBTL

Eindrücke von der Veranstaltung
(Fotos: EDBTL)
Religion ausstellen 2018 Eindrücke von der Veranstaltung.pdf (1,3 MB)  vom 03.12.2018

Programm
FBL_ReligionenAusstellen_SymposiumNeuzelle_2018_SC.pdf (609,8 KB)  vom 21.08.2018


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